CD "FORKOLOR" / Forkolor Saxophone Quartet

review by Tony Lakatos:

This recording is a perfect mix of classical saxophone quartet, jazz bebop language and Eastern European folk/gypsy music. These are four amazing, talented musicians led by Vladimir Karparov, who formed Forkolor to play their original compositions. Each one of them writes differently and puts their own background in the product. Probably that is the reason why this CD is so colorful and diverse. Using a shepherd's flute player and folklore drumming on three tracks makes the music even richer. Fantastic saxophone playing, beautiful compositions and very well recorded! Highly recommended from Tony Lakatos.

 

review by Peter Weniger:

(en) Forkolor has its own sound! The stylistic range of the quartet is breathtaking. All four players convince with their largest virtuosity and musical integrity. Vladimir Karparov managed to form an exceptionally acting Saxophone Quartet, which combines tradition and modernity in a convincing manner and expanded horizons.

(de) Forkolor hat einen eigenen Sound! Die stilistische Bandbreite des Quartetts ist atemberaubend. Alle vier Spieler/Innen überzeugen durch größte Virtuosität und musikalische Integrität. Vladimir Karparov ist es gelungen, ein ausgewöhnlich agierendes Saxophonquartett zu formieren, welches in überzeugender Weise Tradition und Moderne vereint und Horizonte erweitert.

 

Concerto 01/2015 , Thomas Hein

Das Quartett um den bulgarischen Komponisten und Saxophonisten Vladimir Karparov behauptet mit Sicherheit nicht, das Saxophonquartett erfunden zu haben. Leicht macht man es sich nicht, dieser klanglichen Herausforderung konzeptionell gerecht zu werden und dabei die Vielzahl an bekannten nationalen und internationalen KollegInnen im Hintergrund zu halten. Zum aus Katharina Thomsen (Bariton), André Cimiotti (Alto), Florian Trübsbach (Alto und Soprano) und Karparov (Tenor) gebildeten Stammteam des Forkolor Saxophone Quartets hat der Bandleader mit Nedyalko Nedyalkov (Kaval) und Stoyan Yankoulov (Tupan) noch zwei seiner Langzeit-Spielpartner als zusätzliche außersaxophonistische Instrumente gewonnen, um innerhalb des vertrauten Grundklangs noch variabler agieren zu können. Das Jahr der Produktion, 2014, ist zugleich als Auftrag des 200ten Geburtstages des Belgiers Adolphe Sax zu sehen, ein gutes Omen für die Langlebigkeit und Nachhaltigkeit dieses neuen Bandprojektes.

Worum es sich wie bei ihren Pre-Runners, dem berühmten World Saxophone Quartet, dem Rova Saxophone Quartet, The Tiptons Sax Quartet, Your Neighbourhood Saxophone Quartet, Apollo Saxophone Quartet oder den österreichischen Saxofour dreht, liegt schon in den Geburtswehen der Big Bands und deren Saxophon-Sätzen begründet – um Farben, Farben und noch einmal Farben, um den Reiz, diesen speziellen Klang tiefgehend und ausgiebig auszuloten und zu gestalten. Dieser komplexen Ausgangslage und ihrer Geschichte nähert sich „Forkolor“ – auch hier ist Nomen ein Omen – durchaus vorsichtig und gleichzeitig mit großem Selbstbewusstsein. Die eigenen persönlichen Stärken, wie improvisatorische Phantasie, spürbare Spielfreude und Reaktionsschnelligkeit, in die aus den Federn aller ForkoloristInnen stammenden Stücke fließen zu lassen, ist zusammen mit Präzision im komplexen Satzspiel und gleichzeitiger instrumentaler Behändigkeit und Leichtigkeit im Fluss der Musik die Voraussetzung für ihre virtuosen Gespräche. Sowohl in den ruhigen, vielschichtigen Klangbildern wie in der atemberaubenden Rasanz wissen die vier MusikerInnen zu überzeugen, in dem zwischen Jazz und Weltmusik (vor allem in dem von Vladimir Karparov stammenden und stark an Barbara Thompsons „Little Annie-Ooh“ erinnernden Kaval unterstützten „Gipsy Smile“) angelegten Konzept greifen alle Elemente wie die berühmten Zahnräder ohne knirschende Zwischentöne ineinander. Adolphe hat wieder ein paar begeisterte aka inspirierte Nachfolger gefunden, die malerisch über eine umfangreiche Palette verfügen und diese einzusetzen wissen.

 

Jazzthing 107

Katharina „Tini“ Thomsen (die Baritonsaxofonistin hat erst jüngst ein mehr nach Metal als nach Jazz klingendes Album vorgelegt), André Cimiotti, Vladimir Karparov und Florian Trübsbach bilden ein Saxofonquartett, das nicht nur mit urwüchsiger Kraft, sondern auch mit Sinn und Versand vorgeht. Anklänge an osteuropäische Balkanfolklore und eine Spielfreude der Extraklasse machen „Forkolor“ zu einem wilden Vergnügen. Wenn es in den tiefen Lagen spritzt und sprotzt, während die Altisten Trübsbach und Cimiotti sich feinperlig umgarnen, vermisst man Bass und Schlagzeug keine Sekunde. Dass alle vier Musiker sich als originelle Komponisten erweisen, macht die CD über die lange Spielzeit von 71 Minuten zu einem kurzweiligen Erlebnis. Die äußert vitalen Klänge lassen einem dann sogar einen Songtitel wie Cimiottis „November Spring“ sinnvoll erscheinen: klingt tatsächlich nach Frühling im November. (rt)

 

JAZZ’N’MORE

Zunächst mal sind die beteiligten Künstler brillante Könner ihrer Instrumente und bewährte Ensemble- spieler. Katharina ”Tini” Thomsen kennt man durch ihr auffallend rhythmisches und gleichzeitig melo- disches Spiel vom Ed Partyka Orchestra oder auch der HR Bigband, André Cimiotti und sein klangge- waltiges Spiel schätzten schon die WDR Big Band oder Peter Herbolzheimers Rhythm Combination & Brass. Vladimir Karparovs Fähigkeit, das Erbe seiner heimischen bulgarischen Volksmusik mit neuerem Jazz zusammenzubringen, beeindruckte Bandleader, wie etwa Kenny Wheeler oder Okay Temiz, Florian Trübsbach verzauberte Musiker mit seinen raumfüllenden und dicht strukturierten Saxophon- linien unterschiedlichster Genres – von Joe Lovano über das Stuttgarter Kammerorchester bis hin zu "Die Fantastischen Vier". So gerüstet begeben sich die Saxophonisten in einen Quartettzusammen- hang. Jeder steuert eigene Kompositionen bei. Mit ”Freecolor” gibt es sogar ein gemeinsam erarbeite- tes Stück. Das Forkolor Saxophone Quartet knüpft auf der CD einen Klangteppich, der in überaus über- zeugender Weise Tradition und Moderne osteuro- päischer Gypsy-Musik mit der des modalen Jazz vereint. Das Programm ist so packend, so voller wilder Energie, dass es nicht nur an Horizonten kratzt, sondern sie aufbricht und erweitert. Beson- ders farbenfroh wird es, wenn sich das Quartett zusätzlich Stojan Yankoulov mit seiner Tupan-Rah- mentrommel und Nedyalko Nedyalkov mit seiner Hirtenflöte, der Kaval an seine Seite holt. Die Musiker geben dem Begriff Fusion einen anderen, neuen Inhalt. Sehr verdienstvoll. (Franz X.A. Zipperer)

 

Jazzdimensions / Carina Prange

Vier Saxophone, eine gemeinsame Klangwelt – vier Saxophonisten, unterschiedliche Lebenswelten, die sich im Spiel jedes einzelnen wiederfinden. Im Zentrum stets das Finden eines gemeinsamen Weges, eines gemeinsamen musikalischen Ausdrucks. Komponisten sind sie alle vier, André Cimiotti, Vladimir Karparov, Katharina Thomsen und Florian Trübsbach – und bringen jeweils ihre Stücke ein. Unterstützt wird das Quartett bei insgesamt drei Stücken von den Gästen Stoyan Yankoulov, Tupan, und Nedyalko Nedyalkov, Kaval. Das gibt zusätzliche Instrumentalpower.

Die vier von „Forkolor“ zeigen untereinander einen unbändigen Mitteilungsdrang – zwanglos ergeben sich lebendige Geschichten, mal geprägt von osteuropäischen Rhythmen, dann wieder von Klassischem. Die Palette der Farben, deren sich die vier Musiker dabei bedienen, umfasst das ganze Spektrum von fröhlich-bunten Harmonien bis zur Melancholie in gedeckten Tönen. Aber auch zu greller Wildheit schwingen sie sich auf, wenn sie an die Grenze dessen gehen, was in technisch-rhythmischer Hinsicht einem Saxophon-Quadrat möglich scheint.

Hinter allem spürt man Vladimir Karparov als treibende Kraft hinter dem Quartett, der stets nach Vervollkommnung von Klang und Spiel strebt und immer wieder das Unmögliche versucht. Hier gelang ein perfektes Werk, das dennoch nicht nach Perfektion klingt, sondern nach Leichtigkeit. Eine herausragende Saxophon-Quartett-Platte.

Forkolor und die farbige Vielfalt der Musik - Mila Zaharieva-Schmolke / YCBS-Internationales Radio

So wie mit dem Album „Thracian dance“ schreibt Vladimir Karparovs Saxophon Quartett „Forkolor“ wieder Musikgeschichte. Diesmal kreiert sein Quartett aus den unregelmäßigen, charakteristisch für die Balkanmusikfolklore Takten auf Saxophon und Tapan, originelle Kompositionen und verbindet das Reichtum an Rhythmen mit dem Stil der Jazzmusik.